Unser Geburtsbericht

Ich hatte eine wunderschöne Schwangerschaft und hatte auch bis zum Ende hin, keine Angst vor der Geburt.

Zur „Vorgeschichte“..

Ich hatte alle zwei Wochen ein Termin zum Screening zur Studienzwecken und da wurde festgestellt, dass meine Plazenta aus unerklärlichen Gründen nicht voll funktionsfähig war- sprich: es kam nicht die ganze Ernährung zur meiner kleinen durch und man konnte nichts machen, mehr Essen hätte da auch nicht geholfen. Ich habe es kurz vor meinen Prüfungen erfahren und war erstmal dadurch etwas geknickt.
Am Montag, den 29.06 hatte ich meinen letzten FA Termin und wurde an dem Tag direkt in die Klinik samt Tasche überwiesen wegen Verdacht auf HELLP. Das war der Geburtstag von meiner Mutter und sie war so nett und hat den ganzen Tag mit mir dort verbracht. Am Abend durfte ich Heim da man noch nicht zu 100% sagen konnte, dass ich HELLP habe, sollte aber den darauf folgenden Tag paar Werte von mir erfassen und die am nächsten Tag abgeben aber die Tasche sollte ich zur Sicherheit auch schon mitbringen.

So, den Mittwoch auch da gewesen und dann wurden fünf Stunden auf die Werte bzw Auswertung bezüglich der Bestätigung auf HELLP gewartet. Nach fünf Stunden haben die auch mal zu uns gesagt das wir wieder Nachhause können, da die Ergebnisse erst Abends vorliegen werden. Abends haben wir dann den Anruf mit der Bestätigung bekommen und direkt auch die Empfehlung dann morgen früh einzuleiten. Ich hatte davor schon mit meinem Mann besprochen, wenn wir die Bestätigung bekommen, dass wir es auch machen werden.

Der Tag..

Am 02.02 um 8Uhr hatten wir den Termin zur Einleitung- war aber „kein Raum“ im Kreißsaal frei und so ging es erst um 12:30Uhr los. Es wurde mit einem Gel Eingeleitet und nach 2h CTG und keine Wehe sollte ich noch weiter am CTG bleiben. Gegen 17Uhr durfte ich auch mal aufstehen und da waren wir eine Stunde bei über 30Grad spazieren, wobei ich endlich auch mal paar Wehen hatte. Zurück im Krankenhaus sollte ich nochmal ans CTG. Nach einer weiteren Stunde wurde nochmal Eingeleitet. Ich habe übrigens das Gel nicht vertragen (was ich übrigens auch nach dem ersten mal gesagt hatte)und hatte dementsprechend höllische Schmerzen und ich mich schon gefragt hatte „wie soll ich jetzt noch ein Kind auf die Welt bekommen?“. So, weiterhin am CTG gewesen und natürlich keine Wehe. Wegen Abfallenden Herztöne sollte ich mich da auch drehen und rekeln und jegliche Art von stillhaltende Postionen weiterhin am CTG ausprobieren, damit man sicher sagen kann, dass die Herztöne wirklich abfallen und das Baby nicht an der Nabelschnurr rumspielt. Mir wurde währenddessen ‚Ärztewitze‘ vorgelesen und da hat es mit dem stillhalten nicht so wirklich geklappt. Mein Mann und ich haben auf den Arzt gewartet mit der Hoffnung das er sagen wird, dass wir morgen früh weiter machen.

Gegen 23Uhr kam dann der Arzt. Er hat auf seiner Fachsprache dann zu einem Kaiserschnitt geraten. Habe drum gebeten es erstmal mit meinem Mann zu besprechen und wir haben uns dazu entschieden es nicht zu tun. Nachdem wir es mitgeteilt haben hat er uns nochmal dazu geraten und dieses mal auch mit der Erklärung, die wir nachvollziehen konnten.

Nach der Zustimmung wurde ich im Kreißsaal vorbereitet und als es in den OP Raum ging, habe ich mich erstmal beschwert- warum es auch noch so schrecklich nach Schlachthof aussieht und so viele Leute in grün mich anstarren. Um 0.00Uhr war die PDA gesetzten und die Ärzte haben mir gratuliert, da ich Geburtstag hatte. Dann ging alles ganz schnell. Ich wurde auf den OP Tisch gelegt, meine Arme wurden „angekettet“, damit ich nicht reflexhaft auf meinem Bauch fasse und dieses Sichtschutzding damit man nichts sieht wurde angebracht. Endlich durfte mein Mann rein kommen und hat mir einen Geburtstagskuss durch den tollen Mundschutz gegeben. Der Arzt und alle anderen fingen an „Happy Birthday“ zu singen und danach hieß es auch direkt, dass es nun eine Stunde dauern wird. Ich war überrascht, denn ich dachte es würde schneller gehen.

Als es losging habe ich meinen Mann drum gebeten mir was zu erzählen, damit ich die Geräusche vom Werkzeug nicht wahrnehme. Wir haben uns über unsere Urlaube unterhalten und auch darüber, wo es als erstes als kleine Familie hingeht. Trotz den warmen Gedanken habe ich die ganze Operation mich darüber beschwert das mir kalt ist und ich hatte Schüttelfrost. Nach kurzer Zeit hörte ich jemanden „0:17Uhr“ rufen und ich grinste über beide Ohren und meine Augen wurden wässrig. Zwei Sekunden später hörte ich auch den schrei von unserer  Maus und habe dann zu meinem Mann voller stolz gesagt „wir sind Eltern“. Die kleine hat uns als erstes ganz frech die Zunge gezeigt und dann wurde sie auch schon zur Kontrolle und zum Messen/Wiegen in die Kinderklinik gebracht. Paar Minuten später kam sie wieder und mein Mann hielt sie neben mir auf den Arm und wir konnten so den Moment als kleine Familie genießen. Anfassen konnte ich sie nicht, da wie gesagt, meine Hände befestigt waren und ich auch weiterhin noch Schüttelfrost hatte und alles oder auch nur mein ganzer Körper gewackelt hat. Die Operation hat wirklich um eine Stunde gedauert und zum Ende hin hat es links am Bauch etwas geschmerzt und da habe ich auch sofort zu meinem Mann gesagt, dass ich an der Stelle am meisten schmerzen haben werde (was dann auch so war).


Nach der Geburt..

..hieß es dass wir so in 3h zu ihr dürfen, wenn ich auch wieder Gefühl in den Beinen habe und ganz bei mir bin. Mein Mann war noch immer bei mir (waren noch im Kreißsaal- ich kam erst zwei Tage später da weg und auf Station). Wir konnten nicht schlafen und haben darauf gewartet endlich zu ihr zu dürfen. Gegen neun Uhr morgens konnten wir endlich zu ihr- unsere Eltern waren auch dann da- und wir haben uns alle gefreut sie kennenzulernen. 18h nach der Geburt hatte ich sie erst zum ersten mal auf den Arm.. Ist alles anders verlaufen als gewünscht, ich hätte sehr gern eine normale Geburt gehabt aber was soll’s, Hauptsache uns geht es gut und wir sind gesund.
Liebste Grüße

Inga

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